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„Hoffe, das geht nicht auf Kosten des Klassenerhalts“
#1
Zu wenig Qualität, zu wenig Konstanz - die U21 des VfL steckt nach zehn Spieltagen in der Regionalliga unten drin. Heiko Butscher erklärt, warum das einkalkuliert ist. 

Nach zehn Spieltagen in der Regionalliga West steht die U21 des VfL Bochum auf Rang 15, ein Abstiegsplatz. Acht Punkte aus zehn Spielen sind zu wenig, was insbesondere auch an der dünnen Torausbeute von nur elf Treffern liegt: Nur Schlusslicht Lotte hat weniger Tore geschossen. In der Tabelle reiht sich das Team von Heiko Butscher unmittelbar hinter den Aufsteigern VfL Hilden und SG Wattenscheid ein. Wo liegen die Probleme? 

Zum Beispiel in der Offensive. Der VfL schießt zu wenig Tore, zeigt zu wenig Durchschlagskraft. „Wir schießen gefühlt immer mit 25 km/h auf den Torwart“, war Kapitän Lars Holtkamp nach der 0:2-Niederlage gegen die zweite Mannschaft des FC Schalke frustriert über die Qualität der Bochumer Abschlüsse. Die beste Chance vergab ausgerechnet Profi-Leihgabe Alessandro Crimaldi, der sonst der auffälligste Offensive war. Von seinen Sturmkollegen war nicht viel zu sehen. 

VfL Bochum hat Spieler abgegeben, die gut für die Regionalliga gewesen wären
Es ist eine Qualitätsfrage, sagt Heiko Butscher, die besonders im Angriff sichtbar wird. Das Thema sei im gewissen Sinne hausgemacht - und zwar durchaus bewusst. Butscher: „Man muss ehrlich sagen, dass unsere Abschlüsse nicht die Qualität haben, wie zum Beispiel bei Schalke. Wir haben sehr viel Qualität verloren vom letzten zu diesem Jahr. Das muss man auch so deutlich ansprechen.“ Er meinte zum Beispiel Darnell Keumo, der bei der Schalke-Niederlage in Wanne-Eickel im Publikum saß und Butscher nach dem Spiel freundlich begrüßte. Oder Kacper Koscierski, oder Jonathan Akaegbobi. „Der hätte mit seiner Schnelligkeit die letzte Kette heute nochmal anders attackiert“, sagt Butscher über den Letztgenannten. 

Alle drei haben in der Rückrunde der vergangenen Saison eine gute Rolle bei Bochums U21 gespielt. In diesem Sommer hat der VfL sie in die 3. Liga verliehen, wo vor allem Keumo bei Waldhof Mannheim überzeugt. Für die Entwicklung der Spieler soll die Drittliga-Erfahrung wertvoller sein als ein weiteres Jahr in der schwächeren Regionalliga. Für Butscher und die U21 wiederum sind die Abgänge ein Problem. Butscher will darüber explizit nicht klagen: „Das ist die Strategie, die der Verein vorgibt, und die gehe ich auch voll mit. Wir haben viele gute Spieler - wir müssen schauen, was am besten für sie ist.“ 

Butscher sieht mangelnde Spielpraxis bei Crimaldi & Co.
Neben der Qualitätsfrage ist für Butscher auch die fehlende Konstanz im Team ein Thema. Gegen Schalke hatte er Hugo Rölleke, Leon Sawas, Alessandro Crimaldi und Lasse Isbruch aus dem Profikader dabei. Einen Unterschied machen konnten sie nicht. Man habe ihnen die fehlende Spielpraxis angesehen, so Butscher. „Das tut uns im Spiel auch nicht gut, gerade wenn du so wenig Punkte hast wie wir.“ 

Verbessern würde ein Spieler sich aber nicht auf der Bank, sondern nur auf dem Platz, so Butscher. „Ich will daher gar nicht sagen, dass das negativ ist. Das ist unsere Aufgabe, die wir erledigen müssen. Ich hoffe nur, dass das nicht auf Kosten des Klassenerhalts geht.“ 

Unterschiedliche Meinungen im Talentwerk
Im Hintergrund schwelt eine Frage, zu der es im Talentwerk unterschiedliche Meinungen gibt. Nachwuchschef Pablo Thiam ist froh, dass Heiko Butscher zwar die Nachteile dieser Strategie anspricht, den Weg aber mitgeht. Andere im Klub finden, dass nicht nur die individuelle Ausbildung und der Marktwert der einzelnen Spieler, sondern auch der Erfolg der verschiedenen Jugendmannschaften im Mittelpunkt stehen solle. 

Die U19 könnte etwa noch von Isbruch oder auch Jason Schneider profitieren. Beide dürfen noch A-Jugend spielen, sind aber seit Wochen dauerhaft für Zweitliga- bzw. Regionalliga-Team im Einsatz. Schneider gehörte gegen Schalke zu den U21-Lichtblicken. 

U21 trifft am Freitagabend auf Mönchengladbach
Am Freitagabend ist Bochums U21 zu Gast bei Borussia Mönchengladbach (19.30 Uhr), eine Woche später folgt das Kellerduell gegen Rödinghausen. Bochum muss punkten, um Anschluss zu halten. Es ist ein kleiner Trost, dass auch die vergangene Saison für Bochum schwer begann, dann aber auch dank externer Transfers eine deutlich bessere Rückrunde und der souveräne Klassenerhalt folgten - wenn auch nach einer Transfer-Offensive im Winter. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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