10-17-2026, 10:34 PM
Der VfL Bochum bringt in Kaiserslautern offensiv fast nichts zustande, ein Aussetzer von Klaiber leitet die nächste Pleite ein. 0:2 – die Gründe.
Der VfL Bochum rutscht immer tiefer in die Krise. Auch beim 1. FC Kaiserslautern präsentierte sich der Zweitligist zwar engagiert, aber ohne das letzte Feuer – und komplett harmlos. Ein Patzer von Sean Klaiber und ein fragwürdiger Elfmeter führten zum 0:2 auf dem Betzenberg. Der VfL verlor damit sein drittes Spiel in Folge – und erzielte dabei nur einen Treffer. Er bleibt bei sieben Punkten stehen und droht am Sonntag in der Tabelle weiter abzurutschen. Noch ist der VfL Dreizehnter.
„Wir sind im Abstiegskampf, das ist ganz klar“, sagte erstmals Trainer Uwe Rösler im kleinen Journalisten-Kreis im Medienzentrum des Fritz-Walter-Stadions. „Und wir müssen uns damit auch identifizieren, wir müssen damit auch offen umgehen. Das ist jetzt keine Panik, aber je eher wir uns damit beschäftigen und es annehmen, umso eher kommt man dann auch wieder raus.“ Stürmer Philipp Hofmann, von Kaiserslautern weitgehend abgemeldet, stellte frustriert fest: „Das ist jetzt Abstiegskampf pur wieder. Vielleicht müssen wir geradliniger spielen.“ Der Angreifer vermisste in Kaiserslautern vieles: „Wir haben keine Energie, gerade über Außen. Wir spielen uns bis nach außen durch, und dann fehlt einfach die Entschlossenheit. Man sieht, dass kein Selbstvertrauen da ist.“
Dabei setzte Trainer Uwe Rösler auf die gleiche Elf, die gegen Arminia Bielefeld die Fans frustrierte mit ihren harmlosen Angriffsbemühungen. Auf dem Betzenberg erwartete Rösler einen ganz anderen Gegner, der auf zweite Bälle geht, Druck macht statt nur zu mauern. Gegen die rustikalen Pfälzer sollten die jungen Eigengewächse Tom Meyer (18) und Mats Pannewig (21) ihre Größe, Koji Miyoshi als Zehner seine Lauf- und Pressingstärke einbringen, weshalb der spielstarke, aber weniger wuchtige Neuzugang Charlie Patino als klassischer Aufbaumann an seinem 23. Geburtstag erneut nur auf der Bank blieb.
Lob von Zoller für Rösler vor dem Anpfiff: „Macht einen guten Job“
Rösler schwor sein Team eine Viertelstunde vor dem Beginn im Kreis ein nahe der Gästekurve, pushte dann wie gewohnt mit der Faust voran die rund 2200 mitgereisten VfL-Fans im mit fast 50.000 Zuschauern ausverkauften Fritz-Walter-Stadion. „Uwe macht einen super Job“, lobte Lizenzfußball-Direktor Simon Zoller, der als Profi in Bochum und Kaiserslautern auf Torejagd ging, vor der Partie bei Sky. „Wir sind in der Entwicklung, wollen wegkommen vom Hau-Ruck-Fußball. Da sind wir auf einem sehr guten Weg. Aber klar, wir müssen Tore schießen, da müssen wir uns steigern.“ Das gelang nicht.
Dabei legte der VfL gut los, suchte die Tiefe von Gerrit Holtmann und dem anfangs aktiven Christian Rasmussen. Es blieb aber beim VfL-Problem: Die Flanken segelten ins Nichts (2./3.). Es entwickelte sich eine intensive, von Zweikämpfen zwischen den Strafräumen geprägte Partie ohne Höhepunkte mit leichten Vorteilen für Kaiserslautern, die aber bis auf zwei Szenen kaum durchkamen gegen die engagiert gegen den Ball arbeitenden Bochumer. Ein Kopfball von Paul Joly übers Tor (21.) und eine Direktabnahme von Stürmer Milos Lukovic neben den Kasten gab es nur zwei nennenswerte Halbchancen. Auf der anderen Seite allerdings schaffte es Bochum nicht, bis in den Strafraum vorzudringen. Ein Linksschuss von Rasmussen war die einzige kleine Prüfung für FCK-Keeper Julian Krahl.
Fehler von Klaiber führt zum 1:0 für Kaiserslautern gegen Bochum
Und einen dicken Patzer gönnt sich der VfL ja fast immer in dieser Spielzeit. Rechtsverteidiger Sean Klaiber unterlief einen langen Ball, der flinke Ibrahim Kanate zog auf und davon, bediente in der Mitte mit einem Tunnel durch die Beine von Karol Mets Lukovic, der Torwart Timo Horn durch die Beine schoss. Das 1:0 für die Roten Teufel, ein Geschenk des VfL. Wobei Trainer Uwe Rösler meinte, dass Kanate Klaiber zuvor am Fuß getroffen hatte, für ihn ein „klares Foul“.
Wie reagierte Bochum? Bisher hatte er nach einem Rückstand immer verloren. Dabei blieb es. Der Einsatz stimmte, das letzte Feuer aber fehlte, erst recht die Überzeugung. Entscheidend durchsetzen konnte sich der VfL fast nie gegen robuste, körperbetonte Pfälzer. Zu oft legten der weitgehend abgekochte Miyoshi und Co. den Ball nochmal quer statt abzuziehen, Rasmussen verpasste einmal knapp und verstolperte aussichtsreich kurz vor der Pause. Es fehlte Tempo, Präzision, Durchschlagskraft. Etwas gefährlicher war Kaiserslautern, das insgesamt den stabileren Eindruck machte. Mets klärte per Kopf kurz vor der Linie einen Schuss des am Elfmeterpunkt allein gelassenen Nataan Skyttä (40.).
VfL Bochum bleibt ohne Ideen – Kaiserslautern erneut zu Null
Nach dem Wechsel drückten die Roten Teufel ein paar Minuten auf die Vorentscheidung, ehe der VfL mehr und mehr die Spielkontrolle übernahm, mehr Ballbesitz hatte – aber im ungefährlichen Bereich, ganz nach dem Geschmack der Gastgeber. Mats Pannewig und Koji Miyoshi setzten keinerlei Impulse, Stoßstürmer Philipp Hofmann war abgemeldet, die Flügel agierten zu fehlerhaft.
Jarne Steuckers kam dann für den blassen Holtmann (55.), auch dem Belgier gelang wenig. Gegen die starke Defensive der Gastgeber, die im vierten Spiel in Folge ohne Gegentor blieben auf dem Betze, fehlten die Mittel, die Ideen, es gab schlicht keine Abschlüsse und einen Expected-Goals-Wert, der Bände sprach nach 60 Minuten: Er tendierte gen Null. Bochum blieb harmlos, Lauterns seltene Nadelstiche versprühten mehr Gefahr wie der Kopfball von Skyttä in die Arme von Horn (65.).
Rösler reagierte spät noch einmal: Berkan Taz und Charlie Patino kamen für Pannewig und Miyoshi. Kaum auf dem Feld, sorgte Patino für teuflischen Jubel. Der Neuzugang erwischte Jan Elvedi im Luftduell mit dem Ellbogen. Für Schiedsrichter Wolfgang Haslberger ein Foul – Elfmeter. Eine äußerst harte Entscheidung. Semih Sahin verwandelte sicher zum 2:0 (75.). Sean Klaiber hatte kurz vor Schluss dann die mit Abstand größte VfL-Chance, köpfte aber aus kurzer Distanz übers Tor (87.).
Harte Zeiten für den VfL Bochum. Am Freitag (18.30 Uhr) kommt Aufstiegsfavorit VfL Wolfsburg ins Ruhrstadion. Es droht der Sturz auf einen Abstiegsplatz.
Quelle: WAZ.de
Der VfL Bochum rutscht immer tiefer in die Krise. Auch beim 1. FC Kaiserslautern präsentierte sich der Zweitligist zwar engagiert, aber ohne das letzte Feuer – und komplett harmlos. Ein Patzer von Sean Klaiber und ein fragwürdiger Elfmeter führten zum 0:2 auf dem Betzenberg. Der VfL verlor damit sein drittes Spiel in Folge – und erzielte dabei nur einen Treffer. Er bleibt bei sieben Punkten stehen und droht am Sonntag in der Tabelle weiter abzurutschen. Noch ist der VfL Dreizehnter.
„Wir sind im Abstiegskampf, das ist ganz klar“, sagte erstmals Trainer Uwe Rösler im kleinen Journalisten-Kreis im Medienzentrum des Fritz-Walter-Stadions. „Und wir müssen uns damit auch identifizieren, wir müssen damit auch offen umgehen. Das ist jetzt keine Panik, aber je eher wir uns damit beschäftigen und es annehmen, umso eher kommt man dann auch wieder raus.“ Stürmer Philipp Hofmann, von Kaiserslautern weitgehend abgemeldet, stellte frustriert fest: „Das ist jetzt Abstiegskampf pur wieder. Vielleicht müssen wir geradliniger spielen.“ Der Angreifer vermisste in Kaiserslautern vieles: „Wir haben keine Energie, gerade über Außen. Wir spielen uns bis nach außen durch, und dann fehlt einfach die Entschlossenheit. Man sieht, dass kein Selbstvertrauen da ist.“
Dabei setzte Trainer Uwe Rösler auf die gleiche Elf, die gegen Arminia Bielefeld die Fans frustrierte mit ihren harmlosen Angriffsbemühungen. Auf dem Betzenberg erwartete Rösler einen ganz anderen Gegner, der auf zweite Bälle geht, Druck macht statt nur zu mauern. Gegen die rustikalen Pfälzer sollten die jungen Eigengewächse Tom Meyer (18) und Mats Pannewig (21) ihre Größe, Koji Miyoshi als Zehner seine Lauf- und Pressingstärke einbringen, weshalb der spielstarke, aber weniger wuchtige Neuzugang Charlie Patino als klassischer Aufbaumann an seinem 23. Geburtstag erneut nur auf der Bank blieb.
Lob von Zoller für Rösler vor dem Anpfiff: „Macht einen guten Job“
Rösler schwor sein Team eine Viertelstunde vor dem Beginn im Kreis ein nahe der Gästekurve, pushte dann wie gewohnt mit der Faust voran die rund 2200 mitgereisten VfL-Fans im mit fast 50.000 Zuschauern ausverkauften Fritz-Walter-Stadion. „Uwe macht einen super Job“, lobte Lizenzfußball-Direktor Simon Zoller, der als Profi in Bochum und Kaiserslautern auf Torejagd ging, vor der Partie bei Sky. „Wir sind in der Entwicklung, wollen wegkommen vom Hau-Ruck-Fußball. Da sind wir auf einem sehr guten Weg. Aber klar, wir müssen Tore schießen, da müssen wir uns steigern.“ Das gelang nicht.
Dabei legte der VfL gut los, suchte die Tiefe von Gerrit Holtmann und dem anfangs aktiven Christian Rasmussen. Es blieb aber beim VfL-Problem: Die Flanken segelten ins Nichts (2./3.). Es entwickelte sich eine intensive, von Zweikämpfen zwischen den Strafräumen geprägte Partie ohne Höhepunkte mit leichten Vorteilen für Kaiserslautern, die aber bis auf zwei Szenen kaum durchkamen gegen die engagiert gegen den Ball arbeitenden Bochumer. Ein Kopfball von Paul Joly übers Tor (21.) und eine Direktabnahme von Stürmer Milos Lukovic neben den Kasten gab es nur zwei nennenswerte Halbchancen. Auf der anderen Seite allerdings schaffte es Bochum nicht, bis in den Strafraum vorzudringen. Ein Linksschuss von Rasmussen war die einzige kleine Prüfung für FCK-Keeper Julian Krahl.
Fehler von Klaiber führt zum 1:0 für Kaiserslautern gegen Bochum
Und einen dicken Patzer gönnt sich der VfL ja fast immer in dieser Spielzeit. Rechtsverteidiger Sean Klaiber unterlief einen langen Ball, der flinke Ibrahim Kanate zog auf und davon, bediente in der Mitte mit einem Tunnel durch die Beine von Karol Mets Lukovic, der Torwart Timo Horn durch die Beine schoss. Das 1:0 für die Roten Teufel, ein Geschenk des VfL. Wobei Trainer Uwe Rösler meinte, dass Kanate Klaiber zuvor am Fuß getroffen hatte, für ihn ein „klares Foul“.
Wie reagierte Bochum? Bisher hatte er nach einem Rückstand immer verloren. Dabei blieb es. Der Einsatz stimmte, das letzte Feuer aber fehlte, erst recht die Überzeugung. Entscheidend durchsetzen konnte sich der VfL fast nie gegen robuste, körperbetonte Pfälzer. Zu oft legten der weitgehend abgekochte Miyoshi und Co. den Ball nochmal quer statt abzuziehen, Rasmussen verpasste einmal knapp und verstolperte aussichtsreich kurz vor der Pause. Es fehlte Tempo, Präzision, Durchschlagskraft. Etwas gefährlicher war Kaiserslautern, das insgesamt den stabileren Eindruck machte. Mets klärte per Kopf kurz vor der Linie einen Schuss des am Elfmeterpunkt allein gelassenen Nataan Skyttä (40.).
VfL Bochum bleibt ohne Ideen – Kaiserslautern erneut zu Null
Nach dem Wechsel drückten die Roten Teufel ein paar Minuten auf die Vorentscheidung, ehe der VfL mehr und mehr die Spielkontrolle übernahm, mehr Ballbesitz hatte – aber im ungefährlichen Bereich, ganz nach dem Geschmack der Gastgeber. Mats Pannewig und Koji Miyoshi setzten keinerlei Impulse, Stoßstürmer Philipp Hofmann war abgemeldet, die Flügel agierten zu fehlerhaft.
Jarne Steuckers kam dann für den blassen Holtmann (55.), auch dem Belgier gelang wenig. Gegen die starke Defensive der Gastgeber, die im vierten Spiel in Folge ohne Gegentor blieben auf dem Betze, fehlten die Mittel, die Ideen, es gab schlicht keine Abschlüsse und einen Expected-Goals-Wert, der Bände sprach nach 60 Minuten: Er tendierte gen Null. Bochum blieb harmlos, Lauterns seltene Nadelstiche versprühten mehr Gefahr wie der Kopfball von Skyttä in die Arme von Horn (65.).
Rösler reagierte spät noch einmal: Berkan Taz und Charlie Patino kamen für Pannewig und Miyoshi. Kaum auf dem Feld, sorgte Patino für teuflischen Jubel. Der Neuzugang erwischte Jan Elvedi im Luftduell mit dem Ellbogen. Für Schiedsrichter Wolfgang Haslberger ein Foul – Elfmeter. Eine äußerst harte Entscheidung. Semih Sahin verwandelte sicher zum 2:0 (75.). Sean Klaiber hatte kurz vor Schluss dann die mit Abstand größte VfL-Chance, köpfte aber aus kurzer Distanz übers Tor (87.).
Harte Zeiten für den VfL Bochum. Am Freitag (18.30 Uhr) kommt Aufstiegsfavorit VfL Wolfsburg ins Ruhrstadion. Es droht der Sturz auf einen Abstiegsplatz.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."