Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Das waren die drei emotionalen Höhepunkte
#1
Das Jahr 2025 hatte aus Sicht des VfL Bochum viele Höhen und Tiefen. Drei Spiele haben besonders herausgestochen in turbulenten Zeiten. 

Das Jahr 2025 hatte es aus Sicht des VfL Bochum in sich. Für die Verantwortlichen, Spieler und vor allem die Anhänger war es eine emotionale Achterbahnfahrt, die im Mai mit einem heftigen Crash vorerst endete. Der Abstieg aus der Bundesliga nach vier Jahren war eine Zäsur, die es in sich hatte. Sportlich und emotional. Erst als im Oktober Uwe Rösler die wankende Mannschaft übernahm, stabilisierte sich der VfL wieder, konnte neue Begeisterung im Umfeld auslösen. 

36 Spiele bestritt die Mannschaft in blau-weiß im vergangenen Jahr unter den Trainern Dieter Hecking, David Siebers und Rösler. 19 davon aufgrund der kurzen Winterpause in der Bundesliga, 17 weitere in der Zweiten Liga. Drei Spieler aber stachen emotional besonders heraus. 

Historischer Sieg beim FC Bayern: Der Anfang vom Ende
Das Foto ging durch die sozialen Netzwerke: Die Spieler des VfL standen alle Arm in Arm in der Kabine der Allianz Arena und ließen ihre Muskeln spielen, schrien dabei ihre pure Freude heraus. Vor allem Moritz Broschinski rastete anhand des Bildes förmlich aus, während Winter-Neuzugang Georgios Masouras trotz heftiger Blessur am Knöchel breit grinste. Solche besonderen Bilder haben oft eine besondere Vorgeschichte. So auch an jenem 8. März 2025. 

Vollkommen überraschend hatte der VfL Bochum beim Rekordmeister FC Bayern München mit 3:2 gewonnen und drehte dabei sogar einen 0:2-Rückstand. Jakov Medic, Ibrahima Sissoko und Matus Bero hießen an diesem Nachmittag in München die Torschützen-Helden, die für eine große Kabinenparty sorgten. Ausgerechnet der kleine VfL, der seit 34 Jahren nicht mehr beim FC Bayern gewonnen hatte, sorgte für die einzige Heim-Niederlage in deren souveränen Meistersaison. Stürmer Philip Hofmann sprach im Nachgang von „Riesenkräften“, die für den Saisonendspurt im Kampf um den Klassenerhalt freigesetzt werden würden. Plötzlich konnte der VfL Bochum wieder aus eigenen Kräften auf einen sicheren Platz springen. 

Doch wie schon im vergangenen Jahr, in dem sich der VfL immerhin in der Relegation gegen Fortuna Düsseldorf rettete, war der unerwartete Erfolg gegen den FC Bayern nicht beflügelnd, er war lähmend. Acht Spiele in Folge verlor die Mannschaft bis zum Saisonende unter Hecking, erst im bedeutungslosen Auswärtsspiel beim FC St. Pauli am 34. Spieltag hatten die Fans wieder etwas zu feiern. 

Abstieg mit Applaus: Durch Bochum geht ein Ruck
Apropos Feiern: Ganz anders als in anderen Städten, wo schon mal Spieler um den Arena-Ring gejagt wurden oder das Stadion mit schwarzem Rauch eingenebelt wurde, zelebrierten die Anhänger des VfL Bochum den Abstieg. Wochenlang feierten sie ihre Spieler – allen voran Anthony Losilla und Cristian Gamboa, die beide ihre Karrieren nach der Saison beendeten. Selbst als das letzte Heimspiel der Saison mit 1:4 gegen Mainz 05 verloren ging, und auch die letzten Hoffnungen auf den Klassenerhalt endgültig geplatzt waren, gab es nicht einen Pfiff im Ruhrstadion. Stattdessen stieg eine emotionale Party, die sich eine Woche darauf im Gästeblock beim FC St. Pauli wiederholen sollte. Die Fans sangen ihre Lieder, viele Tränen der Rührung und auch der Trauer wurden verdrückt, doch es gab keinerlei böses Blut. 

Losilla und Gamboa wurden vor und in der Ostkurve gewürdigt. „Ganz ehrlich, es ist schwierig, Worte zu finden. Trotz dieser Niederlage seid ihr da. Da gibt es nur beim VfL Bochum, dafür liebe ich den VfL Bochum, weil ihr einfach alles gebt. Heute ist ein schwieriger Moment. Wir wollen wieder aufstehen und Vollgas geben, um als Team wieder aufzusteigen“, sagte der „Capitano“ damals. Das besondere Feingefühl der Bochumer Anhänger fand national und international viel Ansehen. Emotionaler wurde es im Ruhrstadion nur beim Abschiedsspiel von Losilla, der seitdem eine eigene Säule an der Castroper Straße hat. Dieses Spiel allerdings läuft außer Konkurrenz

Kurze Hose und fliegende Fäuste: Uwe Rösler zündet Bochum an
Plötzlich und unerwartet lief Rösler an diesem 18. Oktober in Richtung Ostkurve in seiner schon überraschenden kurzen Hose. Je näher er kam, desto wilder warf er seine Faust in Richtung Fans des VfL Bochum und animierte sie zum Mitmachen. „Uwe, Uwe“-Rufe schallten durch das Ruhrstadion. Der neue Trainer hatte es schon vor seinem ersten Einsatz die Fans angezündet und hinter sich gezogen, ist dabei aber auch ein hohes Risiko eingegangen. Hätte seine Mannschaft das Heimspiel gegen Hertha BSC verloren, wäre ihm die Aktion wohl auf die Füße gefallen. Doch Rösler hatte mit seiner Art offenbar auch innerhalb des Teams etwas losgetreten. Bochum gewann mit 3:2 und startete eine Aufholjagd, konnte unter dem neuen Trainer bislang nur einmal geschlagen werden.

Den Grundstein für diese Serie legte Rösler im Heimspiel gegen Hertha. „Vom ersten Tag an habe ich gesagt, ich alleine kann es nicht bewältigen“, sagte Rösler nach der Partie. „Das ganze Stadion hat uns geholfen. Es war ein Sieg der Gemeinschaft“, sagte der Trainer, der als erster Neu-Einsteiger beim VfL seit 2017 wieder ein Debüt gewann, damals. Die Emotionalität Röslers jedenfalls kommt an an der Castroper Straße. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste